Friedrich-Ebert-Schule Kamen

Theaterprojekte

"Mein Körper gehört mir"

Ein Präventionsprojekt gegen sexuellen Missbrauch

Das Programm „Mein Körper gehört mir“ der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück stärkt und sensibilisiert Kinder, hilft ihnen, sich selbst ernst zu nehmen, ihren Gefühlen zu vertrauen und ihr Recht auf Selbstbestimmung zu erkennen und durchzusetzen. Damit leistet das Theaterstück einen wichtigen Beitrag zur Prävention gegen sexuellen Missbrauch, aber auch gegen andere Formen von Gewalt gegen Kinder. Alle zwei Jahre arbeiten die Theaterpädagogen mit unseren dritten und vierten Klassen. In kleinen, interaktiven Spielszenen erleben die Kinder kritische Situationen, wie sie jederzeit im wirklichen Leben passieren können: Ein Mädchen wird im Bus von einem Jugendlichen belästigt, der freundliche neue Nachbar lädt ein Kind zum Spielen mit seinen Kindern in die Wohnung ein, der scheinbar gleichaltrige Junge aus dem Internet-Chat entpuppt sich beim Treffen als erwachsener Mann... - einige Situationen sind unangenehm, andere harmlos, wieder andere gefährlich. Aber welches Kind kann dies schon spontan richtig einschätzen? Und wie kann sich ein Kind helfen, wenn es sich in einer Situation unwohl und unsicher fühlt? Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erarbeiten die Theaterpädagogen einfache, aber sehr wirkungsvolle Ratschläge und Verhaltenstipps. Die Kinder werden gestärkt und sensibilisiert, sich gegen Grenzüberschreitungen mit geeigneten Mitteln zur Wehr zu setzen. Das Programm beeindruckt unsere Schülerinnen und Schüler jedes Mal aufs Neue. Sie arbeiten begeistert mit und tauschen sich auch im begleitenden Unterricht in den Klassen angeregt und aufgeschlossen zu den Inhalten der Stücke aus. Die Eltern sind zu Beginn des Projekts eingeladen, sich das komplette Theaterstück an einem Elternabend anzuschauen, Fragen zu stellen und zu diskutieren. Vor allem aber werden sie genau über die Inhalte informiert und können ihre Kinder als Gesprächspartner während des Projekts begleiten.

Theaterprojekte

Es begann im Schuljahr 06/07, als die 1c das Bilderbuch „Als die Raben noch bunt waren“ gemeinsam mit der Theaterpädagogin Monika Paris in ein Theaterstück umsetzte. Ein Stück, in dem es um Eitelkeiten und unversöhnlichem Streit ging, der dazu führte, dass die ehemals wunderschönen bunten Raben ihre schillernde Farbe verloren und pechrabenschwarz wurden und blieben.  Aus der Rahmenhandlung entwickelte Frau Paris die Dialoge mit den Kindern und ließ sie in eine spannende Dramaturgie mit Stunts, geordnetem Chaos und donnerndem Finale einfließen. Schattenspiel und Schauspiel wurden miteinander verbunden und die musikalische Ausgestaltung von den Kindern selbst umgesetzt. Im darauf folgenden Schuljahr erhielt unsere Schule die Förderung durch das Landesprogramm Kultur und Schule und konnte daher wieder mit Frau Paris das nächste Projekt in Angriff nehmen. Dieses Mal tauchte die Theaterpädagogin mit den Kindern in die Welt der Krimis ein: „Inspektor Knolle ermittelte“ - Gerade, als der Inspektor in seinem Urlaub eine einsame Insel erkunden wollte, wurde er in einen neuen Fall verwickelt. Dieses Mal hatte er es mit Piraten zu tun. Zum Glück hatte Knolle einen Skorpion als Helfer und seine alten Polizei-Kollegen. Die Kinder erdachten die Handlung der Geschichte, legten Personen fest und entwickelten sinnvolle Dialoge. In zwei eindrucksvollen Aufführungen, bei denen neben Schattenspiel und Schauspiel auch das Puppenspiel eingebaut wurde, zeigten die Kinder ihre kreativen Einfälle, ihren Spaß am Rollenspiel, ihren Mut zum freien Sprechen und ihre Geduld und Verantwortung als Teamplayer. Im Schuljahr 08/09 folgte das Projekt „Märchenwelten“, in dem die Klasse 2a die Geschichte vom „Rotkäppchen“ entwickelte und präsentierte, und im Schuljahr 09/10 das Projekt „Bilderbuchwelten“ mit der Klasse 3b. Die Kinder wirbelten als Großmutter, Rotkäppchen, gezähmter Wolf oder weise Kräuterhexen über die Bühne, sorgten sich um einen Königssohn mit Blähungen, spielten gefährliche Drachen und todesmutige Ritter und wurden von den begeisterten Zuschauern gefeiert. 
Beide Projekte wurden wieder durch das Landesprogramm Kultur und Schule gefördert und zum Glück ging es im Schuljahr 2010/11 weiter, denn die Evangelische Kinder- und Jugendstiftung trat als Sponsor ein und übernahm den kommunalen Anteil zur Landesförderung. Die Klasse 3a erarbeitete ab November 2010 das Stück „Weihnachtszeit – Fröhliche Zeit“ in dem sich der Mann im Mond, Petrus und die Engel darum sorgten, dass das Weihnachtsgebäck knusprig und frisch vom Weihnachtsmann pünktlich mit dem Rentierschlitten zur Erde ausgeliefert wurde. Wie jedes Mal ging es darum, Fantasie und Kreativität zu entwickeln, Selbst – und Sprachkompetenz auszubauen, Sinne und Ausdrucksfähigkeit zu schulen, Kooperation und Improvisation miteinander in Einklang zu bringen.